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Bitkom kritisiert wenig IT-Förderung
in Koalitionsvertrag
E-Government, E-Health und IT-Sicherheit sollen stärker in
Mittelpunkt rücken
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue
Medien e.V. (Bitkom) hat in Berlin eine detaillierte Stellungnahme
zur Regierungserklärung des Bundeskanzlers und dem
Koalitionsvertrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegt.
Bitkom begrüßt darin die von der Regierung selbst gesteckte
Zielsetzung, insbesondere die Erneuerung voranzutreiben sowie
Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu fördern, kritisierte allerdings
die halbherzigen Reformen von Arbeitsmarkt und Bildungswesen.
"Bei den konkreten Maßnahmen kommt gerade der Punkt
'Erneuerung' aber deutlich zu kurz", kommentiert
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Die großen
Zukunftsbereiche der Informations- und Kommunikationswirtschaft (ITK)
wie E-Government oder IT-Sicherheit fänden insgesamt zu wenig
Berücksichtigung. Themen, die in den kommenden vier Jahren für die
IT-Branche anstehen, wie u.a. die Altgeräte-Richtlinie, die
Einführung einer digitalen Bürgerkarte oder die Novellierung des
Telekommunikationsgesetzes würden gar nicht, andere Fragen wie das
Urheberrechtsgesetz nur am Rande berührt. Verschiedene Vorschläge
in den Bereichen Steuern und Arbeitsmarkt seien kontraproduktiv, die
Reformansätze des Bildungswesens nicht konsequent zu Ende geführt.
Rohleder: "Die Chancen, die in einer pro-aktiven Politik im
Bereich der Informations- und Kommunikationswirtschaft liegen,
werden zu wenig genutzt."
Bitkom begrüßt die Absicht der Bundesregierung, das Hartz-Konzept
umzusetzen. Erfreulich sei auch das Bekenntnis zur schnellen
Einführung von UMTS. "Jetzt muss eine aktive Politik der
Bundesregierung für den schnellen Aufbau der
Mobilfunk-Infrastruktur und die Entwicklung neuer Dienste und
Inhalte folgen", so Rohleder. Dazu gehöre insbesondere die
"Versachlichung" der Diskussion um den so genannten
"Elektro-Smog", so der Branchenverband, der sogar von
einer Phantomdiskussion spricht.
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Auch
weitere Belastungen wie z.B. die Ausdehnung der Rundfunkgebührenpflicht
oder urheberrechtliche Abgaben auf UMTS-Handys müssten unbedingt
verhindert werden. Bitkom regt weiterhin an, die beim Bund durch die
Lizenzerlöse auch künftig anfallenden Zinsersparnisse zu nutzen,
um neue Technologien, Dienstleistungen und sonstige Entwicklungen im
UMTS-Umfeld zu fördern. Gleichzeitig sollte die Bundesregierung
jetzt schon erklären, dass das UMTS-Erweiterungsspektrum ohne zusätzliche
Kosten den jetzigen Lizenzinhabern zur Verfügung gestellt wird.
Bitkom ermuntert die Bundesregierung in ihrer Absicht, die Kosten im
Gesundheitswesen zu senken und hierzu unter anderem eine neue
intelligente Gesundheitskarte einzuführen. Aktuelle Studien rechnen
mit Einsparungen von ca. 1,2 Milliarden Euro jährlich durch eine flächendeckende
elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen. Solange die
Verbreitung der Gesundheitskarte aber auf freiwilliger Basis
erfolgt, werde man dem Ziel einer schnellen, kostengünstigen Einführung
nicht gerecht werden können. Ohnehin sei eine vollständige
ITK-Infrastruktur erforderlich. Der Aufbau würde durch die zögerliche
Ausbreitung einer freiwilligen Karte jedoch erheblich kostspieliger
werden. Weit besser ließe sich das erwünschte und notwendige hohe
Datenschutzniveau durch die technologischen Möglichkeiten von
Multiapplikationskarten auf Chipbasis sichern. Hierzu gehören
Verschlüsselung und Public-Key-Infrastrukturen, der Zugriff nur in
Verbindung mit Health Professional Cards und die explizite
Zustimmung des Patienten zu jedem Zugriff.
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| Quelle:
Golem.de News 05.11.2002 |
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